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Das verschwundene Auto von London

Ich liege unruhig im warmen Bett. Gerade eilte ich noch durch die Straßen von London. Irgendwo hatte ich das Auto hier hingestellt. Vielleicht war es nicht in der Tiefgarage. Vielleicht war es im Hochhaus. Stand es vielleicht im Schlafzimmer auf dem Teppich? Was soll ich dem Vermieter nur sagen? Sicher ist, dass es teuer wird. Es war ein wertvolles Auto. Auch wenn mich die Suche nach Ladestationen zwischen Regensburg und London wahnsinnig gemacht hatte. 

Und ständig die Angst, auf der Autobahn im Stau liegen zu bleiben, weil der Motor streikt. 

Ich laufe nochmal durch den Buckingham Palace. Beim Frühstück mit König Charles hatte ich den Wagen noch: ein grüner Skoda Roomster mit kühlem Keller. Sehr praktisch für den Wein. 

Ich gehe nochmal durch den Weinberg beim Kloster der Heiligen Hildegard. Vielleicht hatte ich das Auto dort stehen gelassen. Kann das sein? 

Der Weg vom Rhein zur Themse führt durch die S-Bahn im Leipziger Hauptbahnhof. Und dort hatte ich das Auto noch. 

Vielleicht hätte ich doch besser das Fahrrad nehmen sollen. Das ist umweltfreundlich und der Weg von Leipzig nach London ist echt nicht weit. 

Habe ich eigentlich ein Ladekabel für das Handy mit? London hat ja ganz andere Steckdosen. Und wo bekomme ich jetzt Geld her, um dem Vermieter das Auto zu ersetzen? 

Und wo ist eine Toilette? Ich stehe auf und gehe ins Bad. Da wird der Polizist, der mich gerade festnehmen wollte, irritiert gucken. Wahrscheinlich bin ich in einem Paralleluniversum jetzt vorbestraft.